Bio-Apfelernte 2022: "Um die Äpfel ins Ziel zu bringen arbeiten wir 7 Tage die Woche ohne Pause!"

Auf dem Grassl-Biohof in Ruhpalzing beginnt nun die Lageräpfel-Ernte für die Wintermonate und das kommenden Frühjahr. Aktuell ist die Sorte Admiral an der Reihe.

Dr. Sebastian Grünwald bei der Apfelernte

Wie rohe Eier werden die Äpfel in die Holzkisten gelegt, denn Druckstellen sollen vermieden werden und jede Verletzung könnte vorzeitig zu Fäulnis führen. Obstbauer Dr. Sebastian Grünwald hatte viele Sorgen diese Saison: "Durch die extreme Trockenheit sind die Früchte vieler Sorten kleiner als üblich. Der Reifeverlauf der Äpfel ist heuer sehr fulminant. Viele Früchte fallen ab, sobald sie annähernd reif sind. Um die Äpfel ins Ziel zu bringen arbeiten wir momentan 7 Tage die Woche ohne Pause."

"Wie rohe Eier!"

Fast täglich prüft Sebastian Grünwald den Fortschritt der Reife, damit jede Sorte optimal ins Lager kommt. Unreif gepflückt würden die Früchte fade schmecken. Hängen Sie dagegen zu lange am Baum, so sind sie zwar geschmacklich gut, aber sie halten nur noch wenige Wochen. Während des Wachstums lagern die Äpfel Stärke ein. Im Zuge der Reife wird diese zu Zucker abgebaut, die Äpfel werden süß. Winteräpfel müssen mit einer bestimmten Reststärke geerntet werden, denn die Früchte benötigen diese quasi als Treibstoff für ihren Stoffwechsel im Apfellager. Sofort nach der Pflücke wandern die Äpfel ins Hofeigene Kühllager, wo Sie stufenweise abgekühlt werden. Bei 2°C und 90% Luftfeuchtigkeit werden die Lebensprozesse der Früchte so weit als möglich verlangsamt. Lagersorten wie Admiral und Mira bleiben so bis zu 6 Monate lang saftig und bissfest. Völlig aufhalten lässt sich die Nachreife der Äpfel freilich nicht, die Früchte entwickeln sich langsam aber stetig weiter. Auch daheim empfiehlt Sebastian Grünwald Obst möglichst kühl aufzubewahren, denn warme Temperaturen beschleunigen den Nachreifeprozess erheblich.

Fast täglich prüft Sebastian Grünwald den Fortschritt der Reife.

Während moderne Lagersorten oft schon unmittelbar nach der Ernte genießbar sind, brauchen viele alte Sorten eine längere Lagerphase, um ihren vollen Geschmack zu entwickeln. Eine Zabergäurenette hat frisch vom Baum noch eine unangenehm kräftige Säure: Erst nach Weihnachten ist schmeckt die Sorte gut. Will man nicht so lange warten, kann man natürlich nachhelfen: Bei Zimmertemperatur reifen die Früchte innerhalb von Tagen, wofür sie ansonsten Monate brauchen.

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